Neonazismus
Erklärungsansätze, Strategien, Ideologiekritik und InterventionsmöglichkeitenDatum am / vom: 20.07.2012, 13:00 Uhr
Datum bis: 21.07.2012, 16:30 Uhr
Warum konnten die Nazis des Nationalsozialistischen Untergrunds
(NSU) in Sachsen so lange ungestört Unterschlupf finden? Warum
entdeckten die Ermittlungsbehörden nicht den rassistischen
Hintergrund ihrer Taten? Seit dem Ende des Jahres 2011 wird das so
genannte Problem des "Rechtsextremismus" zwar ständig von Politik
und Medien thematisiert, die dabei anfallenden Erkenntnisse halten
sich aber in engen Grenzen. Das analytisch vorherrschende
Instrumentarium des Extremismusansatzes verhindert in der Regel
eine kritische Auseinandersetzung mit der breiten gesellschaftlichen
Verankerung von Elementen neonazistischer Ideologie, wie sie auch
am Beispiel NSU deutlich wurde.
Ausgehend von der Kritik des Extremismusansatzes soll im Seminar
zunächst das Phänomen „Neonazismus“ analysiert werden. Ist der
Begriff überhaupt richtig gewählt? Was unterscheidet Neonazismus von
anderen rechten Strömungen? Wie lässt sich das politische Überleben
der Nazis heute erklären? Welche Gefahr stellen sie für die
Gesellschaft dar? Um diese Fragen zu beantworten, soll im Seminar
erarbeitet werden, inwiefern das Denken der neuen Nazis
massenkompatibel und insofern zukunftsträchtig ist. Anhand von
Parteiprogrammen, Propaganda und Symbolik und in Bezug zu
verschiedenen Themenfeldern wie Frauenbild, Kapitalismus und
nationaler Zugehörigkeit wird das Weltbild bekennender Neonazis
rekonstruiert und Anschlussstellen an Diskurse des Mainstreams
aufgezeigt. Dabei soll auch der Reiz thematisiert werden, den
Neonazismus und rechte Jugendsubkultur haben. Wir wollen klären,
warum in bestimmten gesellschaftlichen Teilbereichen, beispielsweise
in den Fanszenen der niederen deutschen Fussballligen Neonazismus
eine stärker anzutreffende Erscheinungsform ist.
Am Ende der Veranstaltung wird es darum gehen, Maßgaben für Erfolg
versprechende Gegenaktivitäten zu diskutieren.
Veranstaltungsort:
Leipzig
Kosten
40 € für Verdienende/ 10 € für Nichtverdienende / 0 Euro für Asylbewerber_innen
Anmeldung über:
kontakt@pokubi-sachsen.de
Internetadresse:
www.pokubi-sachsen.de
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